Warum Montessori?

Mit Freude lernen dürfen

Freiarbeit

Weil ich weiß, was ich will!

Maria Montessori hat beobachtet, dass Kinder lernen wollen. Kinder wollen laufen lernen, sprechen lernen, einen Löffel halten und selber essen können, sich selber anziehen und selber all die Dinge tun, die sie bei Erwachsenen beobachten.

Genauso wollen Kinder lesen und schreiben lernen. Sie interessieren sich ab einem bestimmten Alter für Buchstaben und Zahlen und möchten deren Sinn erkennen. Sie wollen die Zusammenhänge in der Natur erforschen, interessieren sich für Tiere und Pflanzen und haben eine sie immer begleitende Frage: "Warum?"

Die Freiarbeit an der Montessori-Schule bietet den Kindern Raum für ihren Forscherdrang. Sie haben die Wahl, in welchem Gebiet sie forschen möchten und auf diese Weise bleibt die Freude am Lernen erhalten. Die verschiedenen Materialien bieten den Kindern die Möglichkeit, nach ihrem Interesse und in ihrem Tempo lesen, schreiben und rechnen zu lernen und sich mit all den spannenden Dingen zu beschäftigen, die die Welt für sie bereit hält.

Altersmischung

miteinander leben - voneinander lernen

In unserer Schule treffen Kinder mit sehr verschiedenen Interessen und Anlagen, unterschiedlichen Alters und körperlicher Entwicklung aufeinander. Sie formen sich im Laufe des Schuljahres zu einer Gruppe, in der jedes Mitglied seinen Platz findet. Dabei sind die älteren Schüler führend. Sie erfahren sich als die „Großen“ mit bestimmten Rechten, aber auch Pflichten. Oft nehmen sie eine helfende und klärende Position ein und dienen den Jüngeren als Vorbild und Orientierung.

Lehrendes Lernen wird häufig praktiziert. Schulanfänger kommen in eine Gemeinschaft, deren Regeln erprobt und für gut befunden wurde. Die Regeln des Zusammenlebens und – arbeitens werden gemeinsam festgelegt, immer wieder geprüft und wenn nötig geändert. Im Schülerforum, das regelmäßig einberufen wird, können Wünsche und Beschwerden aller Kinder vorgetragen und gehört werden.

In der altersgemischten Klasse erlebt sich ein Schüler in der Rolle des Lehrlings, Gesellen und schließlich als Meister. Konkurrenz und Besserwisserei werden dadurch schnell abgelegt. Aus dem Lernen in beweglichen Sozialstrukturen geht das Kind mit gestärktem Selbstgefühl hervor. Als günstigste Form der Altersmischung nennt Maria Montessori die Zusammenfassung in:

Drei- bis Sechsjährige (Kinderhaus)
Sieben- bis Neunjährige (Grundstufe)
Zehn- bis Zwölfjährige (Mittelstufe)
Dreizehn- bis Achtzehnjährige (Oberstufe)

In unserer Schule sind die Jahrgangsstufen 1-4, 5-6, 7-8 und 9-10 in Lerngruppen zusammen gefasst.

Inklusion

Weil Vielfalt stark macht

Das Prinzip der Heterogenität gilt nicht nur für die altersmäßige Zusammensetzung der Lerngruppen, sondern auch hinsichtlich der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit der Schüler. Kinder mit besonderem Förderbedarf sind an unserer Schule willkommen. Über die Aufnahme wird jedoch individuell entschieden. Sie hängt u.a. auch von der entsprechenden Kapazität in den Klassen ab. In Zusammenarbeit mit den örtlichen Beratungsdiensten und Therapeuten können Voraussetzungen für eine erfolgreiche Inklusion geschaffen werden.

Die Gestaltung des täglichen Miteinanders, die die Gemeinschaft mit Kinder mit besonderen Bedürfnissen erst möglich macht, wird jedoch von den Mitschülern übernommen. Sie sind es, die sich oft selbst- und vorbehaltlos für Kinder einsetzen, die auf Hilfe angewiesen sind. Im Gegenzug sind es nicht zuletzt die „Großen“, die in ihrer Rolle als Vorbild und Helfer sehr konkrete Möglichkeiten der Persönlichkeitsentfaltung erfahren. "Behinderte" gibt es an unserer Schule nicht.

Der Aspekt der Inklusion betrifft an unserer Schule auch die Hochbegabten. Die Förderung besonders begabter Kinder ist unser Anliegen und Ziel.

Im Rahmen der verlängerten Mittagsbetreuung fand ein integratives Tanzprojekt mit der Künstlerin Yahsmine Macaira statt. Beim Tumultfestival in Ingolstadt und beim Musuemsfest des Museums für Konkrete Kunst zeigte die Gruppe die selbst erarbeitete Performance. Der Kulturkanal Ingolstadt berichtete über das Projekt: Kreativer Tanz als Mittagsbetreuung in Eichstatt

Leistungsdokumentation

Warum wir keine Noten geben

Lernen die Kinder etwas, wenn sie keine Noten bekommen?

Ja, die Kinder lernen gerade weil sie keine Noten bekommen. Ihre Arbeit hat einen Wert in sich und nicht erst dann, wenn sie von außen bewertet wird.
Durch die im Material enthaltenen Selbstkontrolle erhalten die Kinder unmittelbar Rückmeldung über ihre erbrachte Leistung. Sie lernen dabei auch ihre Leistung und sich selbst einzuschätzen. Noten schränken diesen Prozess der Selbstreflexion ein und können zudem individuelle Lernfortschritte nicht wiedergeben.

Der individuelle Lernfortschritt des Kindes wird von den Lehrkräften regelmäßig dokumentiert. Aber auch die Schüler dokumentieren und reflektieren ihre Arbeit. Das Ergebnis dieses Beobachtungs- und Dokumentationsprozesses wird am Ende des Schuljahres in der "Information zum Entwicklungs- und Lernprozess (IzEL) zusammengefasst.

"Zeugnisse"

Die IzEL

Die IzEL (Information zum Entwicklungs- und Lernprozess) bestehen aus einer ausführlichen Darstellungen zur Persönlichkeitsentwicklung, zum Sozial- und Arbeitsverhalten und zum Lernfortschritt des Kindes.

Sie sind sowohl in Form von pädagogischen Wortgutachten als auch in einer kategorisierten Dokumentationsform abgefasst.

Für den Primar- und Sekundarbereich gilt: Zum Halbjahr bekommen die Schüler einen persönlichen Brief mit Beschreibungen der Persönlichkeitsentwicklung, zum Sozial- und Arbeitsverhalten und zum Lernentwicklungsstand.
Am Schuljahresschluss werden die persönlichen Kompetenzen in einem kategorisierten System zusammengefasst, das im Dialog zwischen Schülern und Lehrern erstellt wird.

Die IzEL orientieren sich stofflich an den Bildungsendzielen der staatlichen Volksschulen bis hin zum Mittleren Bildungsabschluss. Sie entstehen aus den kontinuierlichen Beobachtungen der Lehrer sowie in einem interaktiven Prozess zwischen Lehrkraft und Schülern. Intensive Gespräche im Verlauf des Schuljahres und anlässlich der Erstellung der IzEL dienen dazu, dass sich bei den Schülern die Fähigkeit zur Selbstreflexion entwickelt. Fragen wie „Was fällt mir schwer?“, „Woran muss ich noch arbeiten?“, „Was nehme ich mir vor?“ vertiefen die Selbsteinschätzung. Der Gewinn, der aus diesem Prozess für die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler entsteht, gibt dem Dokumentationsprozess eine besondere Bedeutung.

Die vorliegende Form der IzEL ist vom Montessori Landesverband in Abstimmung mit dem Kultusministerium entwickelt worden für die Montessori-Schulen im Landesverband Bayern verbindlich.

Schulabschlüsse

Folgende Abschlüsse sind an unserer Schule möglich:

  • Große Montessori-Arbeit (GMA) in der 8. Jahrgangsstufe (interner Montessori-Abschluss)
  • Erfolgreicher Mittelschulabschluss nach der 9. Jahrgangsstufe (interne Prüfung, staatlich anerkannt)
  • Qualifizierender Mittelschulabschluss (Quali) nach der 9. Jahrgangsstufe (externe Prüfung)
  • Mittlere Reife nach der 10. Jahrgangsstufe (externe Prüfung)

Der Erwerb der fachgebundenen bzw. allgemeinen Hochschulreife (Abitur) ist inzwischen an verschiedenen Montessori-Oberschulen (MOS) in Bayern möglich. Der Wechsel an eine staatlich Fachoberschule, Berufsoberschule oder ein Gymnasium ist mit den entsprechenden Notenschnitten in den Abschlussprüfungen ebenfalls möglich.

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